Pop-up philosophy

Keine Zeit zum Denken.

André Spicer ist Professor für Organisationspsychologie an der University of London. Eine Woche lang war er mit zwei Klappstühlen, einem Whiteboard und einem Schild ("Stop, sit down and just think") in der britischen Metropole unterwegs  – an, wie er sie nennt, "stupidity intensive spots." Sein Ziel: Menschen dazu zu bringen, einfach zu sitzen und zu denken. Denn, so Spicer: "The vast army of electronic devices surrounding us has proven an able ally to our fear of thinking. Only a decade or two ago, everyday life held many small parcels of time in which we would be marooned with our thoughts: queuing, sitting on public transport, idling in a traffic jam, or even just waiting for a friend."

 

Die Erfahrungen im Rahmen seines Experiments hat er in einem Artikel für aeon zusammengefasst, der sich streckenweise wie eine wütende Abrechnung mit dem (akademischen) System liest. An der Uni wie in Unternehmen gilt laut Spicer: Wer sein Hirn abstellt, wird belohnt. Schließlich schaffen wir unsere To-Do-Listen besser, wenn wir möglichst wenig nachdenken.

 

Ganz schön dramatisch, der Herr Professor. Aber sicher ist: Zwischen den Checklisten einfach mal in die Luft zu gucken, schadet nicht. Und kreativer macht es auch, dem Hirn gelegentlich etwas Leerlauf zu gönnen. In diesem Sinne: eine schöne Woche!